«Wir springen nach vorne!»
Im Gespräch mit Matthias Döll und Gregor Bruhin zur Unternehmensnachfolge.
Was hat es mit dem «Sprung nach vorne» genau auf sich?
Matthias Döll (MD): Der «Sprung nach vorne» bedeutet für mich, mit Weitblick zu handeln. Ich wollte die Nachfolge nicht als Problem am Horizont sehen, sondern als Chance gestalten – für mich persönlich, aber vor allem für das Unternehmen und unsere Kunden. Es ist ein aktiver, gestaltender Schritt, nicht ein reaktives Übergabemanöver.
Herr Döll, Sie haben frühzeitig mit der Planung Ihrer Nachfolge begonnen. Was hat Sie dazu bewogen, diesen Prozess so vorausschauend zu gestalten?
MD: Als Unternehmensberater habe ich oft erlebt, wie belastend eine zu späte oder unklare Nachfolgeregelung sein kann. Ich wollte vermeiden, dass mein Rückzug zur Herausforderung wird. Deshalb habe ich früh damit begonnen, Szenarien zu entwickeln und erste interne Lösungen zu prüfen.
Welche Erkenntnisse aus Ihrer Tätigkeit als Unternehmensberater haben Ihre eigene Nachfolgeplanung beeinflusst?
MD: Meine rund 25-jährige Beratertätigkeit hat mir gezeigt, dass ein früher Start einer Nachfolgeregelung unabdingbar ist. Das erlaubt auch Rückschläge ohne dabei Nervosität aufkommen zu lassen. Das wirkliche und intrinsische Loslassen können, scheint mir der gewichtigste Faktor für eine erfolgreiche Nachfolgeregelung zu sein.
Warum ist Gregor Bruhin der optimale Nachfolger?
MD: Gregor bringt nicht nur langjährige HR-Erfahrung mit, sondern auch Unternehmergeist, Wertebewusstsein und ein echtes Interesse an Menschen. Seine Biografie zeigt, dass er Wandel gestalten und gleichzeitig Qualität sichern kann – genau das braucht unser Unternehmen jetzt.
Herr Bruhin, wie haben Sie den Moment erlebt, als Sie konkret ins Gespräch über die Nachfolge kamen?
Gregor Bruhin (GB): Das war ein Moment mit viel Respekt – vor dem Lebenswerk von Matthias Döll, vor den Erwartungen der Kunden, aber auch mit Begeisterung. Ich habe gespürt: Hier entsteht etwas, das zu meinen Überzeugungen passt – und das ich mitgestalten möchte.
Vertrauen ist eine wichtige Grundlage bei der Unternehmensnachfolge. Wie haben Sie dieses gegenseitige Vertrauen aufgebaut?
Beide: Durch Offenheit, Ehrlichkeit und viele Gespräche. Wir haben uns Zeit genommen, Erwartungen, Werte und Perspektiven zu teilen – und dabei gemerkt, dass wir eine gemeinsame Haltung zur Arbeit und zu Menschen haben.
Ein weiteres Schlagwort in der Kommunikation der Nachfolgeregelung ist «Dynamisierung». Was genau ist gemeint?
GB: Dynamisierung bedeutet, Bewährtes nicht zu verwerfen, sondern gezielt weiterzuentwickeln – durch moderne Methoden, digitale Prozesse und frische Energie. Es ist kein Bruch, sondern eine beschleunigte Weiterführung mit Blick nach vorne.
Herr Bruhin, was bedeutet es für Sie konkret, die Arbeit von Matthias Döll «fortzuführen und weiterzuentwickeln»?
GB: Für mich heisst das, die bestehenden Stärken – wie Fachkompetenz und persönliche Kundenbeziehungen – zu erhalten und gleichzeitig neue Impulse zu setzen: sei es in der Digitalisierung, in der Markenentwicklung oder in der Art, wie wir Talente ansprechen.
Gibt es neue Geschäftsfelder oder Projekte, die Sie gemeinsam anstossen möchten?
Beide: Ja, wir denken über den Ausbau digitaler Tools für die Personalselektion nach, ebenso über neue Beratungsformate in der Organisationsentwicklung. Unser gemeinsames Ziel ist, den Markenkern zu bewahren – aber mit frischen Ideen weiterzudenken.
Was bedeutet dieser dynamische Wandel für Kunden, Partner und Wegbegleiter – und wie werden sie in Zukunft davon profitieren?
GB: Für unsere Kunden bedeutet das: vertraute Ansprechpartner bleiben, die Qualität bleibt – aber es kommen neue Wege hinzu, wie wir sie beraten, unterstützen und inspirieren können. Wandel mit Kontinuität – das ist unser Versprechen.
Inwiefern stimmen Ihre Werte und Ihre Vorstellungen von Unternehmenskultur überein?
Beide: Was uns verbindet, ist eine klare gemeinsame Haltung: Der Fokus auf Kunden und Kandidaten, kompromisslose Servicequalität und echte Wertschätzung im Miteinander. Diese drei Werte sind kein theoretisches Fundament, sondern prägen unsere tägliche Arbeit – in der Beratung, im Dialog und in jeder Entscheidung. Unternehmenskultur bedeutet für uns: Menschen ernst nehmen, Bedürfnisse verstehen und Erwartungen übertreffen. Genau in diesem Verständnis liegt unsere gemeinsame Stärke.
Welche Traditionen oder Erfolgsfaktoren der Firma möchten Sie unbedingt bewahren – und wo sehen Sie Entwicklungspotenzial?
GB: Die persönliche Beratung auf Augenhöhe, das feine Gespür für passgenaue Lösungen und die langfristige Kundenbindung – das sind Erfolgsfaktoren, die ich unbedingt bewahren will. Sie machen den Charakter und die Stärke der Matthias Döll GmbH aus. Gleichzeitig sehe ich Potenzial in der Digitalisierung von Prozessen, in der systematischeren Nutzung von Daten und in der gezielten Markenentwicklung. Es geht nicht um Veränderung der Veränderung willen, sondern um gezielte Impulse, die Substanz haben und Wirkung entfalten.